Beweispflicht bei Streit um Überstunden

Wenn sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur Bezahlung von Überstunden streiten, liegt die Beweislast auf Seiten des Arbeitnehmers. Allerdings muss der Arbeitgeber Überstunden schon dann anerkennen, wenn diese von einer Führungskraft geduldet wurden. Im Streitfall muss der Arbeitnehmer nicht nur die Ableistung jeder einzelnen Überstunde belegen, er muss auch nachweisen, dass die Überstunden auf Anweisung, zumindest aber mit Duldung angefallen sind.  


In einem Fall, der vor dem Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg verhandelt wurde, konnte die Duldung durch einen ein angestellten Vorgesetzter nachgewiesen werden, der Inhaber hatte sich aber dennoch geweigert, die Überstunden anzuerkennen. 

Das Landesarbeitsgericht hat mit diesem Urteil die Beweisführung des Arbeitnehmers bei Überstunden deutlich erleichtert. Bei größeren Unternehmen mit unübersichtlicher Führungsstruktur, dürfte dieses Urteil besondere Bedeutung haben.

Doch wir kann der Arbeitnehmer Überstunden nachweisen? Wichtig ist zunächst eine sorgfältige eigene Dokumentation. Idealerweise liegen für die Überstunden sogar entsprechende Belege (z.B. Stempeluhr) bzw. konkrete Aufträge des Chefs oder des Vorgesetzten vor. Dann sind Arbeitnehmer im Streitfall auf der sicheren Seite.

 

Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 23.12.2011, Az: 6 Sa 1941/11

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